NACHLESE BUCHMESSE : Steffen Mensching stellt seinen neuen Roman vor

Die Frankfurter Buchmesse hat erst vor ein paar Tagen ihre Tore geschlossen, und aus den vielen literarischen Neuerscheinungen des Herbstes hat die Stadt- und Landesbibliothek zusammen mit dem Wist Literaturladen eine ausgewählt, die in der gemeinsamen Reihe NACHLESE BUCHMESSE am Freitag, 26. Oktober um 19 Uhr in der Stadt- und Landesbibliothek vorgestellt wird. Die Wahl fiel auf Steffen Menschings opulenten Roman „Schermanns Augen“. Daraus wird der Autor lesen und im anschließenden Gespräch über die Figuren, die Entstehungsgeschichte und seine Motivation für dieses Opus Magnum sprechen, an dem er 12 Jahre gearbeitet hat.

In seinem vierten Roman erzählt Steffen Mensching die Geschichte von Rafael Schermann − einem Graphologen und Hellseher, der in ein sowjetisches Straflager gerät. „Eine Mischung aus großer Scharlatanerie und großer Begabung“ nennt Mensching ihn. Diese Figur hat es tatsächlich gegeben. Schermann war eine schillernde Figur im Wien der 1920er Jahre, bekannt mit Gott und der Welt, Leuten wie Else Lasker-Schüler, Oskar Kokoschka, Magus Hirschfeld und Karl Kraus, bevor dieser gebildete Mann völlig abgerissen und todkrank als Gefangener am Ende der Welt im Gulag-Lager landet. Dieser epochale Roman führt direkt ins 20. Jahrhundert und wird von der Literaturkritik begeistert aufgenommen.

»Ich stehe fassungslos vor dieser Leistung. (…) diese Fülle zu entdecken, aufzufinden und dann dieses riesige Wissen zu organisieren, das dann ein richtiger, ein wundervoller Roman wird – alle Preise der Welt gebühren dem Autor.« , resümiert bewundernd Christoph Hein.

Steffen Mensching wurde 1958 in Ost-Berlin geboren, studierte Journalistik sowie Kulturwisseschaft und arbeitete zwanzig Jahre als freiberuflicher Autor, Schauspieler, Clown und Regisseur. Bekannt wurde er vor allem durch die Zusammenarbeit mit Hans-Eckardt Wenzel. Ihre Clownsprogramme (u. a. »Letztes aus der DaDaeR« 1983 bis 1989) begleiteten die Wende in Ostdeutschland. Als Autor veröffentlichte er Gedichte, Dramatische Texte, Reportagen und Romane, wie „Jacobs Leiter“ und „Lustigs Flucht“. Daneben begann er mit Regiearbeiten am Theater, so beispielsweise in Chemnitz. Seit Beginn der Spielzeit 2008/2009 ist er Intendant und Geschäftsführer des Theaters Rudolstadt.

Steffen Mensching ist Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland.

Eintritt. 8,00 Euro, ermäßigt 6,00 Euro

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